Beschreibung meiner Solo-Performance-Kunst
(engl. version: scroll down)
Es handelt sich um improvisierte Performance mit Bewegung, Stimme, Sprache (dt., engl., franz. oder unverständlich), Geräusch, Gefühl, Musik, Objekten* und den vorhandenen Gegebenheiten.
Ich performe gerne an ungewöhnlichen Stellen im urbanen oder ländlichen Außenraum, oder an einem industriell genutzten Ort. Ebenso gut kann ich aber auch auf einer Bühne oder in einem anderen Innenraum arbeiten. Meine „Bühne“ kann Badezimmer-klein oder Kirchen-groß sein, mit großer Akustik oder schalltot, sich auf einem Treppenabsatz, zwischen den Fluren oder im Wald befinden.
Es handelt sich um einen offenen künstlerischen Prozess, der gleichzeitig eine fortwährende Erforschung des Augenblicks ist und eine sich daraus ergebende in ständigem Wandel befindliche Installation, von der ich körperlich ein Teil bin.
Ich arbeite an der Schnittstelle von Performance in der bildenden Kunst und Performance in der darstellenden Kunst.
Ich erlebe das Präsentierte im Augenblick des Entstehens künstlerisch zum 1. Mal.
Ich nehme mir nichts vor.
iIch spüre in meine Präsenz, lausche, schaue und erkunde den Moment, folge dem, was mir attraktiv erscheint, meiner Intuition, meinem Körper, meiner Lust, der Schwerkraft, dem, was leuchtet, dem Notwendigen, dem Ästhetischen, produziere z.B. einen Klang, wenn ich das Gefühl habe, das er jetzt gerade an dieser Stelle fehlt.
Der Ort, die Lichtverhältnisse, die Zuschauer, Oberflächenstrukturen, meine Objekte, vielleicht ein Klavier oder andere Möbel, mein Körper u. meine körperlich-emotional-geistige Verfassung bilden zusammen eine Versuchsanordnung, in der ich als Laborantin agiere: Herumklettere, herumeiere, kommentiere, töne, lache, schweige, Objekte verschiebe, installiere, arrangiere.
Im besten Fall gerate ich in einen komponierenden Fluss, in dem die Dinge in ungewöhnliche, oft lustige Beziehungen miteinander treten, in dem ich staunender Teil und Quelle der Kreation werde. Eins ergibt sich mühelos aus dem Nächsten.
Ich schlechtesten Fall kann es aber auch Phasen geben, in denen ich mich blockiert, gehemmt, beklommen, gefangen oder ganz verloren fühle und ich Angst bekomme. Dann projiziere ich meinen inneren Kritiker auf die Zuschauer und möchte am liebsten abbrechen und weglaufen. Manchmal lasse ich dann diesen inneren Quälgeist sprechen und integriere ihn als weitere höllische Zutat in mein Kunstlabor.
*Objekte: farbenfroher Krimskrams, mehr oder weniger wertvoll, vom Silberbecher aus dem 18. Jahrhundert bis zur zerknitterten Zellophantüte, sie passen meist in mehrere Einkaufs-Taschen, zusätzlich können Materialien wie Salz, Packpapier, Äste, Schnüre, Malerkrepp etc. hinzukommen, auch nur wenige oder gar keine Objekt sind denkbar.
Publikumsstimmen:
„Erste Sahne!“
„Eine durchgeknallte Offenbarung“
„Eine barocke Frechheit“
„entwaffnender Kontakt zum Publikum“
„konzeptionelle Absurdität“
„mutig!“
„So etwas habe ich noch nie gesehen!“
„Das war das Schönste, was ich in meinem Leben je gesehen habe!“(Trio-Perf., MAM-Meeting, Halscheid)
„Diese Performance war die beste Unterhaltung, die ich in meinem Leben als Zuschauerin je hatte!“ (Trio-Perf., open market, Merigar, Italien)
engl. version:
Description of my solo performance art
These are improvised performances that incorporate movement, voice, language (German, English, French, or unintelligible), sound, emotion, music, objects*, and the existing surroundings.
I enjoy performing in unusual locations in urban or rural outdoor spaces, or at an industrial site. However, I am equally comfortable working on a stage or in another indoor space. My “stage” can be as small as a bathroom or as large as a church, with excellent acoustics or completely soundproof, located on a stair landing, between hallways, or in the woods.
It is an open artistic process that is simultaneously an ongoing exploration of the moment and a resulting, constantly changing installation of which I am physically a part.
I work at the intersection of performance in the visual arts and performance in the performing arts.
I experience what is presented artistically for the first time in the very moment of its creation.
I do not set out to do anything in particular.
I tune into my presence, listen, look, and explore the moment; I follow what appeals to me—my intuition, my body, my desire, gravity, what glows, what is necessary, what is aesthetic—and, for example, produce a sound when I feel that it is missing right here and now.
The location, the lighting conditions, the audience, surface textures, my objects—perhaps a piano or other furniture—my body, and my physical, emotional, and mental state all come together to form an experimental setup in which I act as a lab technician: I climb and roam around, comment, make sounds, laugh, remain silent, move objects, install them, and arrange them.
In the best-case scenario, I enter a flow of composition in which things enter into unusual, often humorous relationships with one another, and in which I become both a marveling participant and the source of creation. One thing flows effortlessly from the next.
In the worst-case scenario, however, there can also be phases in which I feel blocked, inhibited, anxious, trapped, or completely lost—and I become afraid. Then I project my inner critic onto the audience and would most like to stop and run away. Sometimes I let this inner tormentor speak and integrate it as yet another hellish ingredient into my art lab.
*Objects: colorful odds and ends, of varying value—from an 18th-century silver cup to a crumpled cellophane bag—they usually fit into several shopping bags; additionally, materials such as salt, packing paper, branches, string, masking tape, etc., may be included; it’s also conceivable to use only a few objects or none at all.
Audience reactions:
“Top-notch!”
“A wild revelation”
“A baroque audacity”
“Disarming interaction with the audience”
“Conceptual absurdity”
„courageous“
„conceptional absurdity“
„I’ve never seen anything like it!“
„That was the most beautiful thing I’ve ever seen in my life!“ (Trio-Perf., MAM-Meeting, Halscheid)
„This performance was the best entertainment I’ve ever had in my life as a spectator!“ (Trio perf., open market, Merigar, Italy)